2004

Pressemitteilung 2004

Rein und gesund: Sächsisches Bier zum Genießen

Statement des Präsidenten des Sächsischen Brauerbundes,
Herrn Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht,
anlässlich der Pressekonferenz zum Tag des Deutschen Bieres im Sächsisch-Böhmischen Bierhaus am Altmarkt in Dresden

(Es gilt das gesprochene Wort)

In diesem Jahr begehen die Brauer mit dem "Tag des Deutschen Bieres" ein kleines Jubiläum: schon seit zehn Jahren wird an jedem 23. April der Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebotes gefeiert. Die Brauwirtschaft erinnert damit an die Verkündung des Reinheitsgebotes für deutsches Bier durch Herzog Wilhelm IV. anno 1516.

Die Brauer in Sachsen und in ganz Deutschland, die Gastronomie, der Getränkefachgroßhandel und natürlich auch die Verbraucher und Bierfreunde werden ihren Feiertag am 23. April würdig begehen.

Die Vielfalt der Aktionen, die allein in den sächsischen Regionen stattfinden, kann zum Beispiel auf unserer Internetseite www.bier-aus-sachsen.de abgefragt werden. Oder lassen Sie sich einfach von uns über die Bier-Geburtstags-Überraschungen rund um den Tag des Deutschen Reinheitsgebotes berichten.

Außerdem ist der 23. April natürlich immer ein guter Anlass, um über verschiedene Themen rund um das Bier zu sprechen und zu schreiben: beispielsweise zur durchaus gesundheitsfördernden Wirkung des Gebräu's aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Genau das sind nämlich die vollständigen Zutaten für ein Bier, hergestellt nach dem Deutschen Reinheitsgebot.

Emnid-Umfrage: Knapp 90 % der Deutschen für das Reinheitsgebot
Das Deutsche Reinheitsgebot ist für die überwiegende Mehrzahl der Bundesbürger ein unverzichtbarer Garant für unbeschwerten Genuss. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage des Forschungsinstitutes Emnid.

In einer Zeit der Lebensmittelskandale sprachen sich 88,7 % für die Beibehaltung dieses ältesten deutschen Verbraucherschutzgesetzes aus. Als wichtigsten Grund nannten die Befragten den Schutz vor chemischen Zusatzstoffen.

Qualität, Reinheit, Tradition und Geschmack - das sind die nächsthäufig genannten Gründe, warum sich die Deutschen so eindeutig für das Gebot aussprechen. Auf dem stürmischen Ernährungsmarkt ist das Deutsche Reinheitsgebot eben ein Gütezeichen für Sicherheit - und das soll für unsere Verbraucher auch so bleiben.

Bier besteht zu neun Zehnteln aus Wasser
Für die sächsischen Brauer ist Wasser - die Keimzelle alles Lebens - enorm wichtig. Ich kann ganz beruhigt sagen: "Wer besonders gutes Wasser trinken will, kann getrost zum heimischen Bier greifen."

Denn: Das Brauwasser ist oft reiner als Trinkwasser. Häufig "übererfüllt" das Wasser der Brauereien die Vorschriften der Trinkwasserverordnung hinsichtlich Klarheit sowie Geruchs- und Geschmacksneutralität. Viele sächsische Brauereien verfügen über eigene Tiefbrunnen oder Quellen.

Übrigens - würde eine Brauerei dasselbe Bier in Görlitz oder in Zwickau brauen - es würde unterschiedlich schmecken. Das liegt unter anderem an den verschiedenen Wasserhärtegraden in den Regionen des Freistaates. Für einen Chemiker ist Wasser vielleicht einfach die Formel H2O. Für die sächsischen Brauer ist es ein besonders wichtiges Kapital.Zusammen mit Malz, Hopfen und Hefe wird es zum blonden Erfolgsgeheimnis.

"Wer Durst hat, trinkt gerne Bier. Natürlich auch wegen des hohen Gehalts an Wasser - dem klaren, reinen Durstlöscher."

Bier ist gesund - die Verbraucher kennen die Vorteile eines gesunden Biergenusses
"Maßvoller Biergenuss fördert die Gesundheit." Diese Erkenntnis ist fest im Bewusstsein der Verbraucher unseres Produktes verankert.

Laut Umfrage kennen fast 60 % aller Deutschen die gesundheitsfördernde Wirkung des Gerstensaftes. Für 75 % der Deutschen ist Bier ein "reines und natürliches Lebensmittel". Wasser, Malz, Hopfen und Hefe machen das liebste Kaltgetränk der Deutschen zu einem erfrischenden und köstlichen Genuss - der nebenbei noch eine gesunde und ausgewogene Mischung aus Kohlehydraten, Vitaminen und Mineralstoffen liefert.

Konkrete Statistiken weisen aus:
- Biergenießer sind sportlicher als andere Deutsche. Demnach sagen über 70 % derjenigen, die sich mindestens einmal in der Woche ein Glas Bier schmecken lassen: "Regelmäßiger Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich."

Die sportlichen Biertrinker haben viele Argumente für ein gesundes Leben auf ihrer Seite. So haben 0,2 Liter Bier weniger Kalorien als die gleiche Menge Apfelsaft oder als 200 Gramm fettarmer Fruchtjoghurt.

Der "Bierbauch" entsteht lediglich dadurch, daß Bier appetitanregend wirkt. Doch da ist jeder einzelne selbst gefragt. Darüber hinaus deckt bereits ein Glas Gerstensaft einen Teil des täglichen Bedarfs an Magnesium, Kalium, Vitaminen und Kohlehydraten.

- Ältere Menschen, die in Maßen Bier genießen, bleiben länger aktiv und führen ein unabhängiges Leben. Das belegt eine Studie aus den USA.

Für die amerikanischen Forscher ist ein moderater Bierkonsum einer der Faktoren, warum gerade Menschen mit erhöhtem Blutdruck, Diabetes und Herzbeschwerden im Alter länger vital bleiben.

- Biergenuss kann zum Schutz vor Krebs beitragen. Den im Hopfen enthaltenen Wirkstoffen werden krebshemmende Fähigkeiten zugeschrieben.

Professor Dr. Manfred Walzl, Neurologe an der Uni Graz und Ernährungsexperte analysiert: "Ein Vergleich mit den bekannten Schutzstoffen aus Grünem Tee und Soja zeigt, dass die schützende Wirkung des Hopfens teilweise um das Hundertfache höher liegt als bei anderen Produkten."

- Letztlich: eine Studie aus München bestätigt - es ist ein Ammenmärchen, dass stillende Mütter auch kein alkoholfreies Bier trinken dürfen. Richtig ist vielmehr das Gegenteil: Alkoholfreier Biergenuss regt die Milchproduktion an.

Verantwortlich sind die beiden Inhaltsstoffe Hopfen und Gerste. Der Hopfen sorgt für Ruhe und Entspannung, und die Gerste fördert die Produktion des Hormons Prolactin, das erwiesenermaßen die Milchbildung anregt.

Und nicht zu vergessen: Auch alkoholfreies Bier ist ein absolutes Naturprodukt ohne chemische Inhaltsstoffe - und das erfreut nicht nur junge Mütter.

Bier macht Freunde! - Deutsche, die Gerstensaft genießen, sind geselliger
Neben der Gesundheitswirkung sagt die schon zitierte Emnid-Umfrage : Wer Bier genießt, ist geselliger.

So treffen sich über 80 % derjenigen, die sich mehrmals in der Woche ein Bier schmecken lassen, regelmäßig mit Freunden - bei den Bierabstinenzlern sind es nur 61 %.

Was lange zum Allgemeinwissen zählte, ist jetzt wissenschaftlich untermauert : Bier macht nicht nur Freude, sondern auch Freunde!

Als Biergenießer und nicht zuletzt auch als Bierverkäufer wünsche ich uns zum diesjährigen Bier-Feiertag und lange darüber hinaus viele angenehm warme Tage, trinken Sie mit Ihren Freunden ein leckeres sächsisches Bier.

Und Sie wissen ja - ob in den eigenen vier Wänden oder in geselliger Runde in der Lieblingskneipe : gut gekühlt, eine schöne Schaumkrone und frisch auf den Tisch - so schmeckt unser sächsisches Bier am besten!
 


Jahres-Bier-Bilanz des Sächsischen Brauerbundes 2003


Dresden, 16.02.2004

Statement des Präsidenten des Sächsischen Brauerbundes,
Herrn Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht, anlässlich der Pressekonferenz am 16. Februar 2004 im SAS Radisson Gewandhaus-Hotel Dresden


(Es gilt das gesprochene Wort)

Seit 1992 haben die Freunde des sächsischen Bieres unsere Branche alljährlich mit einem Absatzzuwachs beglücken können. Erstmals nach zwölf Jahren muss die sächsische Brauwirtschaft ein Absatzminus von 1,2 % gegenüber dem Vorjahr konstatieren. 8.645.506 Hektoliter Bier wurden im Jahr 2003 im Freistaat abgesetzt. Das sind 106.294 Hektoliter weniger als im Vorjahr.

Mit 2,1 % zum Vorjahr beläuft sich der bundesweite Absatzrückgang deutlich höher. Die 105,5 Millionen Hektoliter Gesamtbierabsatz in Deutschland sind etwa 2,3 Millionen Hektoliter weniger als im Jahr zuvor und beispielsweise fast 10 Millionen Hektoliter unter dem Stand von 1995.


Bundespolitische Entscheidungen als Hauptursache

Ausgehend von dem anspruchsvollen Niveau des sächsischen Bierabsatzes – im Vergleich der Bundesländer behaupten wir weiterhin einen guten dritten Platz – könnte man den 1,2 %–Verlust mit einem sächsischen Bier „runterspülen“ und zur Tagesordnung, sprich zum Bierjahr 2004 übergehen.

Das Problem liegt leider etwas tiefgründiger. Die Absatzeinbrüche einzelner Unternehmen in Sachsen betragen bis zu 25 %.

Die politische Entscheidung der Bundesregierung zur Verpackungsverordnung und für eine Bepfandung der Einweggebinde steht ohne Zweifel gleichwertig und in einer Reihe mit dem Chaos um die LKW–Maut.

Unterschiedliche Konzepte zur Einweg–Rücknahme in jeder Handelskette und die sukzessiven Auslistungen dieses Segmentes führten zu einem beispiellosen Verwirrspiel für den Verbraucher. Im Extremfall haben sich unsere Kunden nicht nur vom Bier in Einwegverpackungen, sondern vom Bier insgesamt abgewandt.

Auf Grund der Auslistungen hat die ursprüngliche Diskussion um mehr oder weniger teure Einwegrücknahmeautomaten sehr schnell ihre Bedeutung verloren. Die Dose ist tot – eine uneingeschränkte Akzeptanz durch den Handel und auch durch den Verbraucher scheint in absehbarer Zeit nicht wieder erreichbar zu sein.

Neue Gedanken zum Produkt, innovative Verpackungen und für den Verbraucher praktische Gebindegrößen werden notwendig sein.

2003 – die Chance für den Mehrwegbereich

Verständlicherweise hat der Konsument versucht, sich dem chaotischen Hickhack um das Einweggebinde zu entziehen. Als vordergründige Alternative stellte sich für ihn die Kaufentscheidung zu Gunsten der Mehrwegflasche: altbewährt, günstiger im Pfandbetrag und fast überall zurückzugeben – die Vorteile überwiegen.

Die Mehrheit der sächsischen Brauereien hat auch in der Vergangenheit den absoluten Schwerpunkt auf die 0,5–Liter–Mehrwegglasflasche gelegt.

Unter diesen Gesichtspunkten kann man sagen: alle Brauereien mit einem nicht zu hohen Einweganteil hatten in 2003 eine echte Chance zur vollständigen Kompensation des Einweg–Rückgangs, und die meisten dieser Unternehmen konnten diese Chance für sich nutzen.

Das heißt konkret, allein die 0,5–Liter–Mehrwegflasche hat im Marktanteil kräftig zugelegt und ist mit fast 90 % Anteil in den sächsischen Regalen eindeutig dominierend.

Dementsprechend präsentieren sich die meisten sächsischen Betriebe unserer Branche mit positiven Bilanzen und einem durchaus nennenswerten Hektoliter–Plus.

Unterm Strich des Jahres 2003 bleibt dennoch ein Absatzrückgang. Und das, obwohl wir auf einen außergewöhnlich biergartenfreundlichen Sommer zurückschauen können. Die Brauwirtschaft rechnet dem Jahrhundertsommer ungefähr 3 % „Sonderplus“ zu. Berücksichtigt man diesen Aspekt, sieht das Absatzjahr 2003 deutlich trüber aus.
 

Sächsische Brauwirtschaft – auch 2003 ein stabiler Wirtschaftsfaktor


Auf Grund der nahezu 50 % höheren Produktivität im Bierausstoß je Beschäftigten – im Vergleich Sachsen zu Deutschland gesamt – hat der sächsische Brauerei–Arbeitsplatz auch künftig und auch unter den Bedingungen eines Kennziffernvergleiches europäischer oder globaler Unternehmensgruppen eine gute Chance auf Bestand.

In den 31 sächsischen Brauereibetrieben und den ca. 25 Gasthausbrauereien werden seit Jahren um die 2.100 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Branche kann auf eine langjährig stabile Berufsausbildung verweisen. In der einzigen Brauerberufsschule der neuen Länder in Dresden werden derzeit fast 100 Brauerlehrlinge aus Sachsen betreut. Inklusive der mehr als 40 Lehrlinge im kaufmännischen Bereich ergibt sich eine Ausbildungsquote in der sächsischen Brauwirtschaft von mehr als 6,5 %– überproportional und beispielgebend gegenüber den anderen industriellen Branchen im Freistaat.
 

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleiben im Fokus


Die Verpackungsverordnung ist nicht das einzige Diskussionsthema über das Jahr 2003 hinaus. Ein weiterer absatzbeeinflussender Faktor ist die Alkoholpolitik der Bundesregierung und der Europäischen Kommission.

Die sächsischen wie alle deutschen Brauer sind bereit, sich an sinnvollen Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs zu beteiligen.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung konsumiert Bier in einem verantwortungsbewussten und moderaten Maße. Nicht der Konsum an sich, sondern der Missbrauch ist das Problem. Denn Bier in Maßen genossen, wirkt sogar gesundheitsfördernd.

Kein Brauer bestreitet, dass es in Deutschland Menschen gibt, die nicht mit unserem Produkt Bier umgehen können. Ihnen muss geholfen werden, und es muss auch alles versucht werden, um zu verhindern, dass Menschen alkoholabhängig werden.

Mit zusätzlichen Strafsteuern oder einem Verbot der Bierwerbung sind diese Probleme nicht zu lösen.

Sinnvoll ist aber eine permanente Zusammenarbeit mit den Vertretern der Medien, der Gesundheitspolitik und dem Verbraucherschutz – und genau diesen Weg der Aufklärung zu den Risiken des Alkoholgenusses, aber selbstverständlich auch zum emotionalen und zum ernährungsphysiologischen Wert des Kulturgutes Bier beschreitet der Sächsische Brauerbund.
 

Zusammenfassend

Eine nähere Analyse des Bierabsatzes 2003 in Sachsen zeigt: das Gesamtminus von 1,2 % beinhaltet die unterschiedlichsten Entwicklungen bei den einzelnen Brauereien.

Der Absatzrückgang in der Branche begründet sich auf extreme Einbrüche bei Einweg in einigen Unternehmen und auf Zuwächse in der Mehrzahl der Brauereien, ohne dass eine vollkommene Kompensation gelungen ist.

Das nach wie vor hohe Niveau des Bierabsatzes in Sachsen, die Kreativität der regionalen Brauer und die hohe Akzeptanz unseres Produktes beim Konsumenten – all das lässt die sächsische Brauwirtschaft und ihren Verband optimistisch auf das Bierjahr 2004 schauen.

Lassen Sie sich unser sächsisches Bier weiterhin gut schmecken.
Prost und zum Wohle!

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