
2005
Pressemitteilung 2005
Das Bierland Sachsen feiert den Tag des Deutschen Bieres!
Sächsisches Bier bleibt eine stabile wirtschaftliche Größe
Dresden, 19.04.2005
Traditionell steht der 23. April in ganz Deutschland im Zeichen des Bieres. Im Bierland Sachsen wird der Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebotes allerdings seit nunmehr 11 Jahren besonders kräftig gefeiert.
Im Wettstreit zu Gunsten der Bierfreunde haben die sächsischen Brauer und die regionalen Gastronomen die vielfältigsten Ideen entwickelt, selbst branchenfremde Händler nutzen die Beliebtheit unseres Produktes gern.
In Löbau wird wie zu Urgroßvaters Zeiten das Bier mit dem Pferdefuhrwerk ausgeliefert – ab und zu ein Freibier inclusive; in Dresden findet das große Tauschtreffen des Freundeskreises Brauereigeschichte statt, anschließend wird zu urigen Bierliedern im Feldschlößchen-Stammhaus fröhlich getrunken. Im Vogtlandstadion zu Plauen steht neben dem Fußball die Disziplin Holzfassrollen auf dem Programm, ein Gratis-Bier für alle Zuschauerinnen und der Gewinn eines Bier-Abos sind zusätzliche Anziehungspunkte.
Wie in jedem Jahr sind Brauereiführungen von speziellem Interesse – so wird zum Beispiel das Torgauer Brauhaus seine neue und leistungsstarke Flaschenwaschmaschine präsentieren, das Leipziger Brauhaus kann seinen Besuchern die Investition einer gesamten Hochleistungs-Abfüllanlage vorstellen.
Ein Hotel im Osterzgebirge lädt zur Zinnwalder Bierparty; Bier-Cocktails und Bier-Bowle gibt es in Bad Gottleuba und im Einsiedler Brauereigarten steigt die Zwickelbier-Fete mit Livemusik der Oberland-Bubn.
Übrigens, selbst eine Händlerin für erzgebirgische Schnitzereien aus Thalheim bei Chemnitz erkundigte sich in Vorbeitung ihrer aktuellen Schaufensterdekoration beim Sächsischen Brauerbund zu den bierigen Fakten ihrer Region.
Fazit: rund um den 23. April bleibt keine Kehle trocken!
Genau 489 Jahre ist es jetzt her, dass Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt dem damals wüsten Treiben beim Bierbrauen ein Ende gesetzt hat. Waren doch die Menschen im Laufe der Zeit auf die abenteuerlichsten Ideen gekommen, um ihrem Bier einen besonderen Geschmack zu verleihen oder um es haltbarer zu machen. Vom Zusatz von Kräutern ist zu lesen, von Ruß für Dunkelbier; von Kreidemehl, um sauergewordenes Bier wieder genießbar zu machen und sogar von Stechapfel und Fliegenpilz wird berichtet – als besondere geschmackliche Verfeinerung.
Deshalb nahm der bayerische Herzog am 23. April 1516 die Sache höchstselbst in die Hand und verkündete: „Bier darf nur aus Wasser, Gerste und Hopfen bestehen“. Die Hefe war damals noch nicht bekannt. Erst später gelang es, Hefe zu züchten und damit eine gleichbleibende Qualität des Bieres sicherzustellen.
Damit war die älteste Lebensmittelverordnung der Welt geboren.
Schmunzelnderweise ist hinzuzufügen: die wirkungsvollste Methode zur Qualitätsprüfung des Bieres vor dem Erlass des Reinheitsgebotes war ganz einfach. Eine Bank wurde mit Bier bestrichen. Die amtlichen Prüfer in ihren ledernen Hosen setzten sich drauf und blieben drei Stunden lang ruhig sitzen. Auf Kommando sprangen sie gleichzeitig auf. Blieb die Bank an den Hosen kleben, war das Bier nicht zu beanstanden. Blieb die Bank jedoch stehen ...
Die Zeiten haben sich seither ein wenig geändert, doch das Deutsche Reinheitsgebot ist noch heute gültig. Unser Bier darf auch im dritten Jahrtausend nur vier natürliche Zutaten enthalten: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.
Auch die sächsischen Brauer kreieren die Vielfalt der Sorten, Geschmacksnuancen und Marken nur mit ihrem brautechnischem Gespür und mit sehr viel Innovationskraft.
Mit 8,3 Millionen Hektoliter Bierausstoß in seinen 55 Braustätten ist der Freistaat Sachsen nach Nordrhein-Westfalen und Bayern der drittgrößte Bierhersteller in Deutschland. Nirgendwo wird jährlich pro Einwohner mehr Bier gebraut: nämlich konkret 195 Liter! Daraus leitet sich auch die höchste Biersteuerrate ab: der sächsische Finanzminister freut sich jährlich über eine Biersteuer von über 70 Millionen Euro.
Die Entwicklung der sächsischen Brauwirtschaft als wirtschaftliche Größe kann insbesondere im letzten Jahresdutzend nachvollzogen werden:
- die Bierherstellung hat sich auf 183% gesteigert;
- „Bier ist wie kaum ein anderes Produkt heimatgebunden“
- die Produktivität in den Brauereien hat sich durch Milliarden-Investitionen auf über 330% erhöht;
- „... das ist der absolute deutsche Spitzenwert“
- der Gesamtumsatz hat sich seit 1992 fast verdoppelt;
- „... trotzdem bleibt der problematische Trend zum Billigbier“.
(Nutzen Sie auch die Zahlenübersicht in der Anlage sowie die Fülle von Fotos in Druckqualität zum downloaden unter www.deutsches-bier.net)
Der Dank der Brauer und der Gastronomen gilt den vielen Freunden des sächsischen Bieres. Gemeinsam soll deshalb am 23. April der Biergeburtstag gefeiert werden. Unsere Einladung steht – feiern Sie mit!
Anlage zur Pressemitteilung zum 23.04.2005
Das Bierland Sachsen – erfolgreiche Zahlen der letzten zwölf Jahre
| 1992 | 1995 | 1998 | 2001 | 2004 | |
| Hergestelltes Bier (in Tausend Hektoliter) | 4.534 | 6.612 | 7.807 | 8.400 | 8.315 |
| Produktivität (in Hektoliter/Beschäftigten) | 1.356 | 2.828 | 3.676 | 4.181 | 4.531 |
| Gesamtumsatz (in Millionen Euro) | 337 | 449 | 505 | 546 | 610 |
| Anzahl der betriebenen Braustätten | 34 | 32 | 45 | 56 | 55 |
| Jahresbruttoentgelt (in Euro/Beschäftigten) | 15.192 | 24.230 | 29.926 | 32.262 | 32.753 |
| Biersteuer (in Millionen Euro) | 35 | 60 | 69 | 72 | 71 |
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Sächsischer Brauerbund e.V., Geschäftsstelle
Reinhard Zwanzig, Ines Lange
Tel.: 0351 / 4698-341 und -344
Fax.: 0351 / 4698-343
info@brauerbund-sachsen.de
www.brauerbund-sachsen.de
Sächsischer Bierabsatz im Plus – trotz schwieriger Situation eine gute Jahres-Bier-Bilanz 2004!
Dresden, 02.02.2005
Unter den Umständen einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucher, eines bundesweit eher rückgängigen Pro-Kopf-Verbrauchs an Bier und bei immer noch offenen politischen Rahmenbedingungen zum Thema Einwegpfand hat sich der sächsische Bierabsatz mit einem Zuwachs von 1,1% gegenüber dem Vorjahr wacker geschlagen.
Der Zuwachs um fast 100.000 Hektoliter ergibt einen Gesamtbierabsatz im Jahr 2004 von 8,740 Millionen Hektoliter und damit nahezu die Wiederholung des bisherigen Rekordergebnisses aus dem Bierjahr 2002 (8,751 Millionen Hektoliter). Bezogen auf den steuerpflichtigen Bierabsatz bedeuten die statistischen 8,533 Millionen Hektoliter den absoluten Spitzenwert – der sächsische Finanzminister darf sich freuen.
Für Deutschland insgesamt wird vom Statistischen Bundesamt ein stagnierender Bierabsatz in einer Größenordnung von 105,8 Millionen Hektoliter Bier – das sind
+ 0,2% – aufgezeigt. „Ein gutes Ergebnis – vor allem getragen von dem überdurchschnittlichen Bierexport“, so kommentiert der Deutsche Brauer-Bund.
Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht, Präsident des Sächsischen Brauerbundes:
„In Sachsen haben wir die Absatz-Delle des Jahres 2003 weitestgehend ausgleichen können. Allerdings tendiert die Kaufentscheidung des Bierfreundes etwas mehr zum Billigsegment.
Die sächsischen Brauereien haben sich im vergangenen Jahr vor allem auf die volle Nutzung der Mehrwegschiene konzentriert. Einwegflaschen und Dosen sind praktisch weg vom Markt.
Das neue PET-Gebinde ist mit knapp 3% Anteil in den deutschen Regalen. Deren Entwicklung – vor allem die Akzeptanz des Kunden von Konsumbier in PET – wird interessant sein.“
Mit dem Blick auf den in Sachsen immer noch deutlich höheren und damit wohl gesättigten Bier-Verbrauch (Deutschland: 117,7 Liter pro Kopf und Jahr) und andererseits der bescheidenen sächsischen Exportquote von knapp 5% (Deutschland: 12,9%) orientieren sich einige regionale Unternehmen auf die Chancen in der Bierausfuhr. Nicht nur die bisherigen EU-Staaten, sondern die Präsenz im Osten – beispielsweise im Baltikum – wird gesucht.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Sächsischer Brauerbund e.V., Geschäftsstelle
Reinhard Zwanzig
Tel.: 0351 / 4698-341 und -344
Fax.: 0351 / 4698-343
info@brauerbund-sachsen.de
www.brauerbund-sachsen.de