
2006
Pressemitteilung 2006
Sommer, Sonne, Durst auf Bier
Dresden, 19. Juni 2006
Interview zwischen Tilo Berger, Wirtschaftsredakteur, Sächsische Zeitung, Lausitzredaktion und Reinhard Zwanzig, Geschäftsführer des Sächsischen Brauerbundes
Liegen Biermischgetränke wirklich im Trend?
"Durchaus - die bunte Palette der Mixdrinks aus der deutschen Brauindustrie liefert die Bestätigung. Kaum eine der insgesamt 1.279 Brauereien will heute auf das Segment Biermischgetränke verzichten.
Produktinnovation kann offensichtlich gerade in diesem Segment voll ausgelebt werden. Längst haben die ersten beiden Mixgenerationen, Radler und Cola-Bier, vollmundig-vielfältigen Nachwuchs bekommen. Aktuell läuft Pilsner plus Lemon wohl am besten. Aber auch Bier, sinnlich prickelnd mit Granatapfelgeschmack ist auf dem Markt. Für neue Ideen gibt es kaum Grenzen - ein Marketingchef der Branche könnte sich sogar Bier mit Tollkirsche- oder Maiglöckchenaroma vorstellen.
Bundesweit bescheinigt die Statistik dem Mixmarkt nach den Sorten Pilsner, Export und Weizenbier einen guten vierten Platz. Der konkrete Anteil liegt allerdings "nur" bei drei bis vier Prozent. Unangefochten behauptet das Pilsner mit über 60 Prozent sowohl bundesweit, als auch in Sachsen den Spitzenplatz.
Trotzdem - über drei Millionen Hektolitern für den deutschen Durst und eine Absatzentwicklung von fast 15 Prozent im vergangenen Jahr - damit sind die Biermischgetränke eindeutig trendig.
Zu welcher Art Mischgetränk greifen die Sachsen am liebsten?
Das Schöne ist erst mal: die Qual der Wahl! Als das Erfreuliche für die Brauer kommt dazu: Der sächsische Mix-Durst wird überwiegend mit den heimatlichen Biermischgetränken gestillt.
Die Renner im Freistaat sind immer noch die Radler, also meistens der Mix von 50 Prozent Pilsner und 50 Prozent Zitronenlimonade. Weltweit einzig ist übrigens die "Radlerin" aus der Löbauer Brauerei.
Apfel-Radler, Schwarzbier mit Cola und Porterbier mit Kirsch komplettieren die Auswahl aus der Lausitz. Andere Brauer in Sachsen bedienen die neue Lust der Verbraucher auf die Mischung von Bier und Lemon. Bis zum Mix aus Weizenbier und Cola aus dem Erzgebirge reicht die Palette.
Sind Biermischgetränke die Einstiegsdroge für Jugendliche?
Natürlich nicht! Die Brauwirtschaft propagiert den maßvollen Genuss ihrer Produkte und tritt konsequent gegen den Missbrauch gegenüber Jugendlichen auf. Rechtlich heißt das - kein Bier an Jugendliche unter 16 Jahren. Das gilt auch für Biermischgetränke. Richtig ist, dass besonders für junge Erwachsene und für alle, die in der Freizeit, nach dem Sport oder bei der Grillfete den frischen und bierigen Geschmack lieben, bewusst aber auf einige Alkoholprozente verzichten wollen, die Biermischgetränke die absolut treffende Wahl sind.
Wie gefragt sind alkoholfreie Biere?
Reichlich zwei Millionen Hektoliter alkoholfreie Biere wurden 2005 in Deutschland hergestellt - Tendenz gleichbleibend. Das sind gerade mal zwei Prozent an der Gesamtbraumenge und deutlich weniger als der Anteil Biermischgetränke.
Die Zielgruppe der alkoholfreien Biere ist dementsprechend klein. In Sachsen kann die hergestellte Menge vernachlässigt werden. Die Haupterzeuger dieser Sorte brauen in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Meine Meinung - wenn ich's darf, dann trinke ich lieber ein "richtiges" Bier, ein gutes sächsisches Pilsner.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Geschäftsstelle des Sächsischen Brauerbundes e.V.
Reinhard Zwanzig, Geschäftsführer
Tel.: 0351 - 46 98 341
Fax.: 0351 - 46 98 343
info@brauerbund-sachsen.de
www.bier-aus-sachsen.de
Pressemitteilung des Sächsischen Brauerbundes
Der Tag des Deutschen Bieres am 23. April 2006 –
die Sachsen feiern!
Dresden, 19.04.2006
Vor 490 Jahren, am 23. April 1516, hat der bayerische Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt das Reinheitsgebot verkündet. Nach diesem ältesten Lebensmittelgesetz der Welt darf noch heute das Bier nur aus Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe gebraut werden.
Auch in diesem Jahr wird rund um den 23. April in ganz Deutschland kräftig gefeiert. Die Sachsen lassen ihr liebstes alkoholhaltiges Getränk hochleben. Die Brauer, die Getränkefachgroßhändler und die Gastronomen übertreffen sich seit Jahren mit ihren Ideen, alle Bierfreunde rund um diesen traditionellen Bier-Feiertag zu unterhalten.
Das Einsiedler Brauhaus ruft schon am 22. April zur Großen Zwickelbierparty in das Festzelt seines Biergartens und präsentiert in der Chemnitzer Galeria Kaufhof eine Bierverkostung zur Damenmodenschau. Zur 2. Wilsdruffer Biermeile ruft ein Getränkehändler auf, Vogelschießen und Tanz nach Livemusik inklusive. Direkt am 23. April wird in der Landskron Brauerei Görlitz das Festbierfass angestochen – und natürlich können die Besucher einen fachmännisch geführten Brauereirundgang nutzen. Im Leipziger Brauhaus zu Reudnitz steigt am 21. April das Richtfest für eine neue Logistikhalle, in der Feldschlößchen Brauerei Dresden findet am 22. April für alle Sammler und am Bier Interessierten das alljährliche Tauschtreffen vom Freundeskreis für Brauereigeschichte statt, usw., usw.. Jeder kann in seiner Lieblingskneipe oder in der ihm nächsten Brauerei vorbeischauen – ein frisches sächsisches Bier wartet auf jeden Fall!
Nach dem Bierabsatzrekord im vergangenen Jahr – noch niemals wurden mehr als 8,767 Millionen Hektoliter sächsisches Bier verkauft – zeigt die Statistik im ersten Quartal 2006 selbst im Bierland Sachsen auf ein kleines Minus. Mit dem wärmenden Frühling, der Lust auf die gesellige Plauderei im Biergarten und nicht zuletzt mit dem bierigen Engagement aller Freunde unseres reinen Produktes sollte doch zum Tag des Deutschen Bieres „die Bierkurve wieder nach oben getrunken werden können“. Unsere Einladung steht – feiern Sie mit!
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Sächsischer Brauerbund e.V. ,Geschäftsstelle
Reinhard Zwanzig, Ines Lange
Tel.: 0351 – 4698 341 und –344
Fax.: 0351 – 4698 343
info@brauerbund-sachsen.de
www.bier-aus-sachsen.de
Anlage zur Pressemitteilung zum 23.04.2006
Sächsische Bierzahlen
| 1992 | 1996 | 2000 | 2004 | 2005 | |
| Bierabsatz (in Tausend Hektoliter) | 4.534 | 7.402 | 8.493 | 8.740 | 8.767 |
| Biersteuer für Sachsen (in Millionen Euro) | 35 | 63 | 77 | 74 | 73 |
| Produktivität (in Hektoliter/Beschäftigten) | 1.356 | 3.112 | 4.160 | 4.531 | 4.591 |
| Gesamtumsatz (in Millionen Euro) | 337 | 469 | 549 | 610 | 591 |
| Anzahl der betriebenen Braustätten | 34 | 36 | 51 | 55 | 57 |
Sächsisches Bier in 2005 mit Absatzrekord !
und die Bierperspektive 2006
Dresden, 8. Februar 2006
Die gute Nachricht: In den letzten 15 Jahren wurde noch nie soviel sächsisches Bier verkauft wie im Jahr 2005! Mit aktuellen 8,767 Millionen Hektoliter werden auf das Vorjahr nochmals 0,3% aufgelegt - das sind ca. 26.000 Hektoliter zusätzlich. Die bisherigen Rekord-Hektoliter aus 2002 (8,752 Millionen Hektoliter) wurden demzufolge um exakte 15.000 Hektoliter übertroffen. Sachsen bleibt damit eindeutig des Bierland Nr.1 im Osten und bundesweit die Nr.3!
In Deutschland insgesamt hat sich der Absatz in 2005 stabilisiert: 105.341 Millionen Hektoliter bedeuten ein leichtes Minus zum Vorjahr von 0,5% bzw. 523.000 weniger verkaufte Hektoliter. Der Anteil der Biermischgetränke am Gesamtbierabsatz liegt gegenwärtig bei 2,8%, nimmt tendenziell aber weiter zu.

Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht, Präsident des Sächsischen Brauerbundes, relativiert das Bilanzjahr etwas: "Das Spitzenniveau im Bierabsatz Sachsens haben wir in den letzten vier Jahren mit geringen Differenzen erhalten können. Allerdings hat sich auch 2005 der Trend in Richtung der Billigbiere fortgesetzt. Nicht nur die sächsischen Brauer hoffen auf die Rückbesinnung der Verbraucher auf die traditionellen regionalen Marken - gute Qualität hat eben ihren Preis!"
Für 2006 sieht der Brauer-Präsident sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Bierbranche. Mit den neuen Bestimmungen zur Verpackungsverordnung ab Mai diesen Jahres vereinfacht sich die Rückgabe der Einweggebinde für die Verbraucher - eine Renaissance der Dose erscheint möglich. Die Politik in Brüssel versucht Beschränkungen für den Vertrieb und die Bewerbung von alkoholhaltigen Getränken aufzubauen. Getroffen würde damit vor allem das umfangreiche Sponsoring der Brauereien in den Bereichen Kultur und Sport.
Das FORUM BIER - die vor wenigen Tagen gegründete neue Initiative der Brauwirtschaft und ihrer Partnerbranchen soll die gemeinschaftlichen Interessen bündeln und gleichzeitig vermitteln: Bier ist mehr als ein Getränk. Unser Bier ist ein Kulturgut. Es ist Geselligkeit, Lebensfreude und Genuss. Es ist in Maßen genossen ein gesunder Beitrag zur Ernährung. Es ist ein stabiler Arbeitgeber für tausende Sachsen. Und es ist durch das Biersteueraufkommen ein wichtiger Beitrag zum Haushalt des Freistaates
Für den Bierabsatz des Jahres 2006 ist die hiesige Brauwirtschaft optimistisch. Eine sich belebende Konjunktur in Deutschland lässt den Verbraucher wieder mehr zum guten sächsischen Premiumbier greifen und letztlich - auch die sächsischen Brauer wollen von der Fußballweltmeisterschaft profitieren.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Geschäftsstelle des Sächsischen Brauerbundes e.V.
Reinhard Zwanzig, Ines Lange
Tel.: 0351 - 4698 341 und -344
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Jahres-Bier-Bilanz des Sächsischen Brauerbundes 2005
Statement des Präsidenten des Sächsischen Brauerbundes,
Herrn Dr. Hans-Wolfgang Lambrecht, anlässlich der Pressekonferenz am
8. Februar 2006 im Sächsisch-Böhmischen Bierhaus am Altmarkt in Dresden
(Es gilt das gesprochene Wort)
Das Jahr 2005 haben die Brauereien des Freistaates mit einem neuen Absatzrekord abgeschlossen. Noch nie wurden in den letzten 15 Jahren soviel Hektoliter sächsisches Bier verkauft.
- mit aktuellen 8,767 Millionen Hektoliter ist das Vorjahr nochmals um 0,3% übertroffen worden - exakt ein Plus von 26.000 Hektolitern und wiederum eine Entwicklung gegen den bundesweiten Negativtrend
- im bisherigen Rekordjahr 2002 wurden 8,752 Hektoliter verkauft
- seit nunmehr acht Jahren bewegt sich der sächsische Bierabsatz bei deutlich über 8 Millionen Hektoliter - aus Sicht der Brauer auf höchstem Niveau
- unangefochten bleibt Sachsen damit das Bierland Nr. 1 im Osten und festigt gleichzeitig den guten bundesweiten dritten Platz
Als Mathematiker sehe ich unsere Hektoliterzahlen sehr erfreut, muss allerdings mit dem Blick auf die Gesamtsituation der Brauwirtschaft relativieren:
- in Deutschland insgesamt bedeutet das leichte Minus von 0,5% gegenüber Vorjahr günstigstenfalls eine augenblickliche Stabilisierung bei runden 105 Millionen Hektolitern
- der langfristige Sinkflug im Bierabsatz ist offensichtlich - vor 10 Jahren wurden in Deutschland noch mehr als 115 Millionen Hektoliter verkauft
- auch Produktinnovationen wie das Leichtbier, die unterschiedlichsten Biermischgetränke oder die neuen milden Geschmacksrichtungen kommen über 2 bis 3% Anteil am Gesamtbierabsatz nicht hinaus
- das gilt übrigens auch für das seit zwei Jahren im Handel angebotene PET-Gebinde
Als Kaufmann muss ich mich mit Folgendem leider seit Jahren wiederholen:
- die Tendenz vom Premium- und Konsumbier in Richtung der Billigbiere hat auch 2005 angehalten
- mit Dauer-Niedrigpreisen bei Bier lockt der Handel die Verbraucher in die discount-Märkte
- und drittens beeinflusst der im Osten traditionell nur halb so hohe Bierabsatz in der Gastronomie gegenüber dem deutschen Mittelwert ebenfalls den Anteil der Markenbiere
Nicht nur die sächsischen Brauer hoffen auf die Rückbesinnung der Verbraucher auf die traditionellen Marken - gute Qualität ist eben nicht zum halben Preis zu haben!
Gleichwohl - die Brauer sind grundsätzlich optimistische Menschen. Das Jahr 2006 wird an die Branche neue Herausforderungen stellen - damit werden sich neue Chancen eröffnen:
- mit den neuen Bestimmungen zur Verpackungsverordnung ab Mai diesen Jahres vereinfacht sich die Rückgabe von Einweggebinden für die Verbraucher
- der Handel investiert flächendeckend in Rücknahmeautomaten
- die Pfanderhebung verbleibt bei den Einweggebinden einheitlich bei 25 Cent
- und damit erscheint eine Renaissance der Dose wieder möglich
Eine breite Allianz haben die deutschen Brauer gesucht, um gegen die Brüsseler Bürokratie und für das deutsche Bier zu streiten.
Das vor wenigen Tagen in Düsseldorf gegründete FORUM BIER soll die gemeinschaftlichen Interessen der Brauwirtschaft und ihrer Partnerbranchen bündeln und gleichzeitig vermitteln: Bier ist mehr als ein Getränk !
- unser Bier ist ein Kulturgut
- es verkörpert Geselligkeit, Lebensfreude und Genuss
- es ist in Maßen genossen eingesunder Beitrag zur Ernährung
- es ist ein stabiler Arbeitgeber für tausende Sachsen
- und es ist durch das Biersteueraufkommen ein wichtiger Beitrag zum Haushalt des Freistaates
Unter der Überschrift einer "Europäischen Strategie zur Bekämpfung alkoholbedingter Schäden" wird in Brüssel verschärft diskutiert:
- müssen zur generellen Reduzierung des Alkoholkonsums in Deutschland die Verkaufszeiten und die Verkaufsorte für alkoholhaltige Getränke limitiert werden ?
- welche Werbeeinschränkungen sind notwendig ?
- soll das Abgabealter angehoben werden ?
- oder ist eine Erhöhung der Biersteuer erforderlich ?
In diesem Zusammenhang ist nicht nur die Zukunft der Bierbranche bedeutsam. Aus unserer Sicht wird sich ein gutes Stück Zukunft unserer bisher liberalen Gesellschaft entscheiden müssen:
- werden wir mündige Bürger und Verbraucher bleiben, die nach umfassender Aufklärung und Information freie, unabhängige und selbstverantwortliche Entscheidungen treffen dürfen ?
- oder übernimmt die Politik das Denken und die Entscheidungen für den Bürger - bestimmt sie, was gut für ihn ist und was schlecht ist ?
Wenn wir gestern über den Tabak und heute über den Alkohol sprechen, werden es morgen die fett- und zuckerhaltigen Lebensmittel und in gar nicht so ferner Zukunft die PS-starken Autos sein.
Das aufgezeigte Bedrohungspotential schadet nicht nur den Brauern. Auf jeden Arbeitsplatz in der Brauwirtschaft entfallen vier Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich: in der Landwirtschaft, bei den Mälzern und den Hopfenpflanzern, bei den Anlagenherstellern und der Verpackungsindustrie, im Handel und in der Gastronomie.
Auf europäischer, auf Bundes- und auch auf Landesebene werden wir unsere Ansprüche und Forderungen fokussieren und der zunehmenden Bedrohung aus Politik und Gesetzgebung offensiv und nachhaltig entgegentreten.
Meine Damen und Herren - das alles ist Bier. Die hiesige Brauwirtschaft ist für den Bierabsatz des Jahres 2006 hoffnungsvoll.
Eine sich belebende Konjunktur in Deutschland lässt den Verbraucher wieder mehr zum guten sächsischen Premiumbier greifen und letztlich - auch die regionalen Brauer wollen von der Fußballweltmeisterschaft profitieren.
Lassen Sie sich unser sächsisches Bier weiterhin gut schmecken.
Prost und zum Wohle! "