Der sächsische Brauerbund

Genießen mit Bier

Die Sachsen lieben ihr Bier

Der Sachse ist gemütlich, das weiß ja jeder. Aber wie kommt das?
Ein Versuch zur Beantwortung dieser wissenschaftlich noch nicht geklärten Frage könnte sich unter Einbeziehung einer wichtigen sächsischen Lebensgewohnheit so darstellen:

Gemütlichkeit strahlen Menschen aus, die die Gabe besitzen, zufrieden und entspannt plaudernd, zueinander zu finden. Willkommener Begleiter und durchaus ursächlich der Entspannung dienend, ist für den Sachsen traditionsgemäß sein Bier in geselliger Runde. Und schaut man auf die Inhaltsstoffe des Naturproduktes „Bier“, so wird deutlich, aus den Zutaten Wasser, Malz und Hopfen muss ein vom Körper gut verträgliches Erzeugnis entstehen. Vom Hopfen weiß schon jedes Kräuterweiblein um seine beruhigende und ausgleichende Wirkung. Die Kraft des reifen Korns, veredelt zu Malz, bringt leicht verwertbare Energie und wichtige Bausteine für den Stoffwechsel. Auch die hohen Ansprüche der Brauer an das zu verwendende Wasser garantieren beste Qualität des Endproduktes.
Der vergleichbar geringe Alkoholgehalt des Bieres, bringt dem regelmäßig, mäßig genießenden Biertrinker sogar gesundheitliche Vorteile gegenüber dem Abstinenzler, wie wissenschaftliche Studien belegen. Um diese Vorzüge des Bieres wissend, liebt der Sachse seit jeher sein Bier.
Mit derzeit durchschnittlich 168 Litern Bier pro Kopf im Jahr liegen die Sachsen etwa ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt und mit den Bayern an der Spitze der Bierliebhaber- Bundesliga.

Sortenvielfalt für die Freunde des sächsischen Gerstensaftes

Die Unternehmensgröße in der sächsischen Brauwirtschaft ist breit gefächert - von der Gasthausbrauerei mit wenigen hundert Hektolitern bis zu Großbrauereien mit 2 Millionen Hektolitern Bierherstellung im Jahr. Die damit einhergehende Sortenvielfalt umfasst exklusive, überregionale Marken genauso, wie individuelle Nischenprodukte. Das heißt, für jeden Geschmack findet sich das passende Bier. Die Pilsner Biere sind für den sächsischen Verbraucher mit einem Anteil von fast 80 % die beliebteste Biersorte. Stark im Trend liegen die dunklen Biere. Ein „Schwarzes“ gehört inzwischen in vielen Brauereien zum Sortiment. Begehrt bleibt auch das Bockbier, das als Starkbier den Sachsen besonders die trüben Tage der kalten Jahreszeit erträglicher werden lässt. Mit Interesse wird die Entwicklung der noch zaghaften Versuche zur Einführung sächsischer Weizenbiere zu beobachten sein, die man durchaus schon jetzt als geglückt bezeichnen kann.
Gut entwickeln sich die Gasthausbrauereien, deren Anzahl sich in Sachsen bereits auf etwa 25 erhöht hat und weiter steigt.

Die Zukunft wird eine breite Vielfalt an Produktentwicklungen für den sächsischen Bierfreund bereithalten. Ob als interessantes Biermischgetränk, in innovativ herausragender Verpackung oder als jeher geschätztes Traditionsgetränk, bleibt Bier auch perspektivisch altbewährter und spritzig moderner Durstlöscher im Bierland Sachsen.

Es ist Bockbierzeit

Mit Beginn des Herbstes kommen in Sachsen traditionell die Freunde des Bockbieres wieder auf ihre Kosten. Die Vielfalt der Bockbiere ist sehr groß. Allen Bockbieren eigen ist, dass sie als Starkbier mit einem Stammwürzegehalt von 16 bis 17 % (Doppelbock mit 18 bis 30 %) eingebraut werden, ein betont malzaromatischen Geschmack aufweisen, mäßig gehopft sind und sie mit einem Alkoholgehalt von etwa 7 %vol. (Doppelbock 7 – 12 %vol.) dem Bierliebhaber zu Beginn der kalten und trüben Jahreszeit als wohltuende Energiequelle dienen. Bockbier kann untergärig und nur aus Gerstenmalz hergestellt sein oder obergärig als Weizenbock. Die Farbtiefe variiert von hell-golden über goldbraun bis tief dunkelbraun. Regional hat Bockbier unterschiedliche saisonale Bedeutung. Während in vielen sächsischen Brauereien alljährlich der Bockbieranstich im Oktober/November ein willkommener Anlass für ein zünftiges Brauereifest ist, beginnt in Bayern im März die Starkbiersaison als „fünfte Jahreszeit“ mit dem feierlichen Salvator-Anstich auf dem Nockherberg in München. Bockbiere werden meist nur zeitlich begrenzt angeboten, z.B. auch als Maibock, Weihnachtsbock oder Fastenstarkbier. Geschichtlich überliefert ist die Herstellung eines „kräftigen Bieres“ bereits 1351 in Einbeck bei Hannover, das wegen seiner hervorragenden Qualität auch bis nach Bayern exportiert wurde. Dort wurde aus dem Einbeckischen (Ainpökischen) Bier umgangssprachlich bald das Bock-Bier.

Also dann
Zum Wohle! Mit einem guten sächsischen Bier!

Bier mit Verstand genießen – das fördert Wohlbefinden und Gesundheit

Mit „Verstand“ genießen heißt - wie in allen Dingen des Lebens - das richtige Maß zu finden. Medizinische Studien belegen z.B., dass mäßige Biertrinker nur halb so oft einen Herzinfarkt erleiden als Abstinenzler oder Personen mit hohem Alkoholkonsum. Die Gesamtsterblichkeit ist bei einem Personenkreis männlicher Erwachsener am geringsten, der täglich ½ bis 1 Liter Bier trinkt, weil bei dieser Menge das Bier seine herzschützende Wirkung entfalten kann. Das gilt natürlich auch für Frauen, aber bitte - der Konstitution der Frauen entsprechend - bei etwa der Hälfte der Menge an Bier.

Die Fähigkeit, zu „genießen“, schafft uns Entspannung vom Alltagsstress und kann somit den schädlichen Einfluss der uns umgebenden Hektik mildern. Und wer entspannt den Tag beendet, kann frohen Mutes und mit Elan den neuen Tag beginnen.
Ein Zitat aus „Das Bier und seine Bedeutung als Nahrungs-, Genuß- und Heilmittel - Eine wissenschaftliche allgemein-verständliche Abhandlung von Dr. P. Bauer“ aus dem Jahre 1920 hat damals wie heute Gültigkeit:
„Kurz, die Herzensfreude, die wir in feuchtfröhlicher Gesellschaft finden, die Feierabendstimmung und das Lehnstuhlbehagen des Abend-schoppens nach redlich getaner Arbeit gehören mit zu dem was Leib und Seele in dem Hasten und Drängen unserer aufreibenden Zeit gesund erhält.“

Von der Kunst des Brauens

Verantwortlich für die Sortenvielfalt und die ausgeglichene Qualität der Biere sind hervorragend ausgebildete Brauer. Mit handwerklichem Können ausgestattet und mit der hohen Kenntnis modernster Technik und Technologie vertraut, gelingt es den Braumeistern, aus den wenigen, stets gleichen Zutaten das individuelle Bier der eigenen Marke herzustellen.

Auf der Grundlage des Deutschen Reinheitsgebotes für Bier wacht der Brauer über die Einhaltung der betriebseigenen Rezeptur. Mit Akribie gilt es täglich aufs Neue, aus den sorgsam ausgewählten Zutaten im exakten Mischungsverhältnis und unter Gewährleistung des notwendigen Temperatur-Zeit-Verlaufes den Sud einzubrauen und zu vergären, das Bier zur Reifung zu bringen und es in hoher Qualität den Bierfreunden in Nah und Fern bereitzustellen.

Ob im traditionellen Braukessel oder nach automatisiertem Brauverfahren - stets wichtig ist das Wissen und Können der Brauer vor Ort. Und dass die sächsischen Brauer wahre Könner sind, beweist die positive Entwicklung der heimischen Brauwirtschaft.